Zeittafel zur Baugeschichte der Basilika

zw. 1150 und 1176 Baubeginn der Klosterkirche
bis ca. 1190 Fertigstellung von Chor, Vierung und nördlicher Langhausseite
ca. 1190-1210 Unterbrechung der Bautätigkeit
1210-1225 Fertigstellung der Kirche; vermutl. Errichtung des Nordturmes
1225/30 Ausschmückung der Arkaden mit 14 Stuck-Engeln im byzantinischen Stil
1240/50 Einbau mehrerer Emporen (Süd- und Westseite)
1280/90 Glocke (jetzt im Nordturm ganz oben) durch Gießerei "Lauche, Gebr. Ulrich" ca. 1.000 kg, der Maria geweiht
1390 Glocke, (jetzt im Südturm, unteres Glockengeschoss) "Susanna Trinit" mit Motiv: St. Georg zu Pferd und Bild des jugendlichen Märtyrers St. Pancratius
1511 Turmreparatur: Erste urkundliche Nachricht über Bauarbeiten am Kirchengebäude. Die Jahreszahl 1511 trägt eine am 8.5.1884 mit einer vom Jahre 1668 im Turmknopf vorgefundene Urkunde
(vgl. S. 63-66)
11.10.1624 erster exakter Bericht über den damaligen Bauzustand durch Superintendent Reinhardus und den Bernburger Amtmann Tappe: "halb verfaultes Dach", ein zu Tode gekommenes Mädchen (durch den Dachboden durchgebrochen), kaputte Fenster, viele Taubennester"
(1623-1634 Pfr. Gräffenstein in Hecklingen)
1668 Dachgebälk und Turmspitze werden erneuert, Turm wird mit Schiefer gedeckt
(1651-1669 Pfr. Cratius, 1670-1681 Pfr. Giegelsberger, 1681-1689 Pfr. Marggraf, 1690 Pfr. Praetorius, 1690-1700 Pfr. Oppermann)
1721 größere Reparaturen (1700-1763 Pfr. Fr. Ernst Sack in Hecklingen, 1763-1778 Pfr. Ernst Sack)
1797 Umfangreiche Restaurierung unter Pastor Johann Christoph Pax (1778-1814 in Hecklingen):
Dach und Fenster in Stand gesetzt; Gewölbe, Bögen, Pfeiler und Wände erneuert; neue Decke eingezogen; Kosten teils aus hiesiger Kirchenkasse sowie von Oberstwachtmeister Thilo Leberecht v.Trotha und Friedrich Leberecht v.Trotha und der Gemeinde beglichen
1798 Herunternahme des Turmknaufs; Aktualisierung der dort niedergelegten Dokumente
12.02.1805 Aufnahme einer Anleihe in Bernburg zum Kirchenbau in Höhe von 1.200 Th. in Gold.
Diese belastete Generationen und war erst 1860 vollständig getilgt. (1814-1823 Pfr. Geiß in Hecklingen, 1823-1826 Pfr. Erdmann, 1827-1842 Pfr. Friedrich K. E. Körner)
1853 Reparaturarbeiten am Nordturm, Herunternahme des Turmknaufs, Aktualisierung der dort niedergelegten Dokumente (1843-1861 Pfr. Körner in Hecklingen, 1861-1895 Pfr. Johann Friedrich Reuß)
1867 erster offizieller Anstoß zur Restaurierung durch Bauinsp. Becker aus Bernburg
(Aufnahmen bzw. Projektierung, Kostenvoranschläge in Höhe von 60.000 Mk)
1871/72 Projektierung ("Aufnahme") durch H. Breymann
1872 Abtragen von Erdreich auf der Südseite; Wiederherstellung der Front vom südlichen Seitenschiff durch eine vollständige Neuverblendung; farbig gemusterte Verglasung der zugehörigen Fenster; Herstellung einer Entwässerung auf Nord und Westseite (für 3.000 Mk)
1873 Besuch Ferdinand v.Quasts in Hecklingen und Erarbeitung eines Programms für die Restaurierung; Becker wird als anhalt. Bauinspektor von Schrader abgelöst, der kurz darauf stirbt und durch Speith ersetzt wird; Oberbaurat Vogt folgt auf Oberrat Vieth
1874 Landtag bewilligt 34.000 Mk. für die Restaurierungsarbeiten in Hecklingen.
Durch Personalveränderungen und Überlastung der Bernburger Baubehörde geraten die Vorbereitungen der Bauarbeiten ins Stocken.
ca. 1875 Staatsministerium drängt auf genauere Messungen, Entwürfe und Kostenvoranschläge, die ca. 2 Jahre später vorliegen
1878 Ausarbeitung von Restaurierungs-Schritten in 3 Hauptgruppen durch Breymann (s. S. 20-23)
1880/81 Bewilligung weiterer 9.000 Mk durch den Landtag, Startschuss für die Arbeiten
ab 1880 Generalrestaurierung der Basilika - nach Erntedank größere Baumaßnahmen:
  • Winter 1880/81 Aufarbeitung der Außenflächen des Mittelschiffs, Abbruch der Einbauten in der Kirche; Untersuchung des Mauerwerks und Nachgrabungen in der Kirche; Behauen der Steine für außen; Auffinden von Figuren, namentlich Markus mit dem Löwen und eine kostbar thonende Sandstein-Madonna aus der Übergangszeit (durch Frau v.Trotha)
  • Frühjahr/Sommer 1881 Außenreparaturen des Mauerwerks; Einwölbung der beiden fehlenden Vierungsbögen (Süd und Nord); Erneuerung der Decken und Dächer
  • danach (ca. 1882) Abklopfen des Innenputzes an den Wänden und Gewölben; Reinigung der Bauplastiken, Säulen etc.; Abriss und Erneuerung des Ostgiebels einschließlich des Gewölbes; Einwölbung des Trotha´schen Erbbegräbnisses und Angleichung des nördlichen Seitenschiffs an die Vierung
  • 1883 Einbau der zentralen Dampfheizung; Umarbeitung des Altars, neue Kanzel und neuer Taufstein
  • 1883/84 Kostenvoranschläge Anschläge zu Arbeiten Gruppe III
12.12.1883 feierliche Einweihung der restaurierten Kirche
ab Ende 1883 Reparatur des Nordturms:
  • 8.5.1884 Öffnung des Turmknaufs: Auffindung der Urkunden von 1511 und 1668
  • 1884 Einbau der neuen Orgel durch Wilhelm Rühlmann sen. aus Zörbig
  • ab 1886 Sicherung der Westseite durch Betonfläche und Ablaufrinne, Beginn des Ausbaus der Westfront
  • Okt. 1889 Vollendung des Ausbaus der Westfront einschließlich der beiden neuen Turmhauben; in nördliche Turmkugel kommen Urkunden von 1511/ 1668/ 1889 durch Pastor Reuß
  • 18.10.1889 Aufsetzen der Turmspitzen
7.1.1890 Feier der endgültigen Vollendung der General-Restaurierung
(1895-1905 Pfr. Karl Windschild in Hecklingen)
1903 Tod Hans Breymanns
1909 eine dritte Glocke wird - nachdem 20 Jahre zuvor das Konsistorium in Dessau einen Antrag des Hecklinger Kirchenrates abgelehnt hatte - von Frl. Margarete Reuß als Andenken an ihre Eltern gestiftet (1905-1927 Pfr. Hennigs in Hecklingen)
1917 dritte Glocke wird beschlagnahmt und eingeschmolzen
1929 Reparatur der mechanischen Turmuhr zur Zeit von Pfr. Hans Georg Walch (1928-1932 in Hecklingen)
2.11.1930 Glockeneinholung und -weihe einer dritten Glocke (Ton d), die durch Pastor Walch bei der Hof-Glocken-Gießerei von Schilling in Apolda in Auftrag gegeben und von Hermann Heinrich Lücke (New Jersey) gestiftet worden war; diese wurde im 2. Weltkrieg eingeschmolzen
1930/1931 Anlieferung und Einbau eines Ventilators zur elektrischen Windbeschaffung für die Orgel
1931 Säuberung und Neueinstellung der Orgel; Einbau einer elektrischen Läuteanlage sowie einer elektr. Beleuchtungsanlage - gestiftet von Hermann Heinrich Lücke
1934 Anbringen von Gipsmarken an den Türmen
1938 Untersuchung der Standsicherheit der Westtürme durch Prof. Dr.-Ing. Georg Rüth (Dresden) u.a. mit vier Probegrabungen zur Fundament-Untersuchung
(1928-1946 Pfr. Walter Müller in Hecklingen)
1954 Neue Einfriedung des flurmäßig neu geordneten Kirchengrundstücks
1956 Neuschieferung von 504 qm Turmdachfläche mit Eisennägeln
(1946-1972 Pfr. Walter Schmidt in Hecklingen)
1979 erste Antragstellungen zur Sanierung der Basilika, insbes. der Dächer
1981/82 Umfangreiche Dachreparaturen an den Türmen - Dabei gibt es Probleme: die aus der BRD zuvor gespendeten Kupfernägel hatten sich auf wundersame Weise auf dem Weg über Berlin und durch mancherlei Handwerkerhände in verzinkte Eisennägel verwandelt, so dass bald wieder Dacharbeiten erforderlich wurden.
26.12.1982 In einer spektakulären Aktion Pfarrer Ellers müssen mit 18 Helfern und einem Traktor die dringend benötigten Biberschwanz-Dachziegel am Bahnhof entladen und zur Kirche transportiert werden.
1983/84 neue Dacheindeckung aller Kirchenschiffe (bis auf den Zwischenraum der Türme)
Buß- und Bettag 1984 Dachdecker holen ohne Absprache den Zinkschrott ab und behaupten gegenüber dem Schrotthändler, das Material vom Pfarrer geschenkt bekommen zu haben; Pfr. Eller erhält nach detektivischen Bemühungen 560,- Mark der DDR zurück
1985 erste Überlegungen und Planungen zur Innenrestaurierungen mit Wiederherstellung der Raumfassung des 19. Jhs.; eine bis 1990 anvisierte Maßnahme scheitert an Nichtbewilligung staatlicher Beihilfen
1987 Ausarbeitung einer denkmalpflegerischen "Zielstellung" für die künftige Restaurierung
1988/89 Konkretisierung der Pläne einer Innenrestaurierung (1973-1991 Pfr. Herbert Eller in Hecklingen)
1992-1996 umfangreiche Reparaturen und Restaurierungsarbeiten an der Basilika
(s. Aufsatz von A. Huth und M. Köhler) unter Architekturbüro Kossel (Magdeburg) und mit maßgeblichen Beiträgen von Restaurator H.-Peter Schmidt (Magdeburg)

Kostenumfang: rund 2,5 Mio DM, bereitgestellt durch Ev. Landeskirche Anhalts (ca. 970.000), Kirchengemeinde Hecklingen (120.000), Land Sachsen-Anhalt (ca. 500.000), Bund (403.000), Landkreis (ca. 200.000), Kommune Hecklingen (70.000), Deutsche Stiftung Denkmalschutz Bonn (95.000) sowie Spenden, Kollekten und Zuwendungen
  • 1992 Dachinstandsetzung der Apsiden und der Seitenschiffdächer; Holzschutztechnische Sicherungsmaßnahmen an den Langhausdächern; Längst überfällige Fertigstellung der Dachdeckungen
  • 1993 Südlicher Querhausarm wurde unter Wiederverwendung des vorhandenen Renaissancetaufsteines zum neuen Taufraum
  • 1.9.1993 mit der Ausmalung des Altarraumes begann die neuerliche Gesamtrestaurierung des Innenraumes
  • 1.2.1994 Ostapsis-Restaurierung fertiggestellt, auch alle Holzbalkendecken
  • bis Nov. 1994 Querhaus einschließlich Vierung restauriert
  • Ende 1994 Herausnahme des Bankgestühls der beiden Seitenschiffe und im südl. Querhausarm, alle Fliesenböden instandgestetzt und zum Teil ergänzt, neues Beleuchtungssystem installiert, Erneuerung der gesamten Elektroanlage, Installierung der Bankheizung
  • Ende Mai 1995 Restaurierung des Emporenraumes im südlichem Seitenschiff abgeschlossen
  • 1995 Generalüberholung der Rühlmann-Orgel. Die Stadt Hecklingen stellt dafür 40.000,-DM zur Verfügung. Das gesamte Mittelschiff (ohne Stuckengel) und die Orgelempore im Turmzwischenraum fertiggestellt
15.10.1995 feierliche Wiederindienststellung des Gotteshauses
- bis Ende 1996 Noch ausstehende malermäßig-restauratorische Instandsetzungsarbeiten:
  • Bereich unter der südl. Seitenschiffempore
  • Bereich unter des nördl. Seitenschiffes
  • unterhalb der westl. Nonnen- bzw. Orgelempore
  • südl. Turmzugangsraum
  • sämtliche Bleiglasfester instandsetzen und ergänzen
27.05.1996 Gründung "Freundeskreis zur Erhaltung der Romanischen Basilika Hecklingen e.V."
(ab 2001 "Freundeskreis Basilika Hecklingen e.V."), der in den Folgejahren entscheidende Beiträge leistet zur:
  • 1996/97 technischen Ausstattung der Kirche
  • ab 1999 Internetpräsenz des Vereins unter www.hecklingen.de
  • 1999 Schutzdrahtvergitterung der Fenster; Schallluken-Erneuerung auf den Türme
mehrfach Unterstützung der Konzertfinanzierung
  • 2000 Modernisierung der Blitzschutzanlage
  • 2001 weitere Schallluken-Erneuerung auf den Türmen; Vergoldungsarbeiten an den Engelfiguren
  • 2002 Erneuerung von Klöppel und Glockenaufhängung im Südturm
  • 2003 Wegebau an der Nordseite
  • 2004 Anschaffung von Bankpolstern im Hauptschiff
  • 2005 Reparatur der Turmdächer
  • 2007 Nachrüstung von Dachrinnen am Querhaus und Verbesserung der Regenableitung auf der Südseite; Taubenschutzmaßnahmen
  • 2008 Holzschutzmaßnahmen im Dachgebälk;
    Neuverankerung des nördlichen Glockenstuhls;
    Herausgabe der Festschrift und Ausrichtung des; Baujubiläums "125 Jahre Generalrestaurierung der Hecklinger Basilika"
  • 2009 Isolierung Fundamentbereich Südwestecke
  • 2010 Schieferdachreparatur südliches Seitenschiff
    (1992-1997 Pfrn. Annegret Berenbruch in Hecklingen)
Dez. 1997 Kirche erhält neue Turmuhr (funkgesteuertes Uhrwerk)
(ab 1998 Pfr. Christfried Kulosa in Hecklingen)
1999 Im Zuge der Innenstadtsanierung verschwinden auf Initiative der Stadt die meisten Umzäunungen der Kirche. Dem Verlauf des alten Fahrweges folgend wird ein Weg gepflastert. Auf Kosten der Kirchengemeinde wird der Betonsockel an der Nordseite durch einen in Beton verlegten Mosaik-Pflasterweg ersetzt.
Die Stadt Hecklingen lässt eine Anstrahlung der Basilika installieren. Das Erscheinungsbild der Kirche verbessert sich. Knapp 10 Jahre später wird über die weitere Erneuerung im Betonsockel-Bereich und einen Rundweg um die Kirche nachgedacht.
2000/2001 Restaurierung der 14 spätromanischen Stuckengel durch dipl. rest. Cathrin Limmer (Radebeul)
1999-2001 Der Familienverband v.Trotha spendet insgesamt DM 28.000 für die Restaurierung des Engelszyklus.
2001 Romanikpreis des Landes Sachsen-Anhalt für den Vorstand des "Freundeskreises..." und den Gemeindekirchenrat von St. Georg und Pancratius
1992 bis 2005 werden rund 100 Konzerte, Aufführungen und Ausstellungen im Wesentlichen von Gudrun Millsimmer organisiert, die in dieser Zeit Tausenden von Besuchern Führungen und Besichtigungen der Basilika ermöglicht und 2003 mit dem "Sonderpreis des Tourismusverbandes Sachsen-Anhalt" gewürdigt wird.
ab 2006 weitere Bemühungen und Initiativen, Besucher zu gewinnen und mit interessanten Veranstaltungen regional und überregional in die Basilika einzuladen