Der Freundeskreis Basilika Hecklingen e.V.

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Nachruf Thilo von Trotha


Thilo von Trotha(geb.3.6.1926 - gest.12.11.2014)

Bald jährt es sich, dass wir mit Thilo von Trotha den wichtigsten Anreger und Förderer des Freundeskreises der Basilika Hecklingen e.V. verloren haben. Thilo von Trotha ist nach einer kürzeren Krankheitszeit letzten November in seinem neuen Wohnort Bad Aibling verstorben. Mit diesen Zeilen erinnern wir dankbar an ihn.

Thilo von Trotha war auf vielfältige Weise mit Hecklingen verbunden. Geboren ist er am 03.Juni 1926 im Schloss. Die Familie von Trotha lebte kein abgeschottetes Schlossleben. Noch sehr in Erinnerung ist die tatkräftige Sorge von Thilo von Trothas Mutter, Anna-Luise von Trotha, für erkrankte Mitarbeiter oder deren Familienmitglieder, was durchaus auch im Sinne des Vaters, Friedrich von Trotha, war. Das Hecklingen seiner jungen Jahre (und seine Spielkameraden) hat Thilo von Trotha nie vergessen. Das war bei seinen Besuchen in Hecklingen immer zu spüren.

Das Jahr 1945 markiert einen tiefen Einschnitt - auch im Leben Thilo von Trothas. Als Gutsbesitzer wird Friedrich von Trotha verhaftet und nach Buchenwald deportiert. Im Februar 1947 ist er im sowjetischen Speziallager Nr. 2 dort an Unterernährung verstorben. Das ist für den Sohn immer Schmerz geblieben. Der Gedenkstein auf dem alten Friedhof neben der Basilika erinnert auch an den Vater. Die Familie von Trotha hat den Gedenkstein im Jahr 2007 errichtet, als auch die Gruft der Familie von Trotha saniert worden ist.

Mit Mutter und Geschwistern muss Thilo von Trotha im Oktober 1945 aus Hecklingen fliehen. Die Familie war vor der bevorstehenden Verhaftung gewarnt worden.

Thilo von Trotha hat sich dann als Kaufmann eine Existenz aufgebaut. Seine letzte berufliche Station war in Hannover; dort leitete er eine Altenpflegeeinrichtung.

Mit der Wende war es dann auch für Thilo von Trotha wieder möglich, nach Hecklingen zu reisen. Es ist bemerkenswert, dass es ihm gelungen ist, auf die vergangenen Geschehnisse ohne Gram und Groll zu schauen. Und zwar auch dann noch, als der Familie ihr ehemaliger Besitz nicht zurückgegeben worden ist.

Thilo von Trotha hatte ein waches Interesse an der Geschichte seiner Familie, die ja 500 Jahre in Hecklingen ansässig war. Wir konnten ihn immer zur Geschichte der Familie befragen. So wusste er, welche Trothas Kelch und Patene gestiftet hatten, die die evangelische Kirchengemeinde Hecklingen heute noch bei der Feier des Abendmahles verwendet. Herausragend aber ist, dass ihm die Bedeutung der Hecklinger Basilika sehr bewusst war und er sich nach Kräften für den Erhalt dieser Kirche eingesetzt hat - auch hier der Gesinnung seiner lutherischen Vorfahren folgend.

Wir haben Thilo von Trotha als bescheidene, freundliche und im Gespräch sehr verbindliche Persönlichkeit kennen gelernt. Es ist schon beeindruckend, was er aus eigenen Mitteln und aus von ihm eingeworbenen Spenden im Laufe der Jahre für die Basilika zusammengetragen hat. Von 1993 bis 1995 waren es insgesamt 48.500 DM (?24.400Euro), mit denen die Grundsanierung der Basilika und die Installation der Bankheizung angeschoben werden konnten. 1998 bis 2000 kamen noch 25.000 DM (ca.12.600 Euro) für die Sanierung der Orgel und der Kirchturmuhr und, besonders wichtig, die Sanierung der mittelalterlichen Engelsskulpturen in der Basilika hinzu. Dass die Hecklinger Basilika heute wegen ihres herausragenden Engelkunstwerkes wieder vermehrt öffentliche Beachtung findet, ist letztlich durch den Einsatz von Thilo von Trotha für die Restaurierung der 14 Stuckengel möglich geworden. Schön ist auch, dass auch das orts- und kunstgeschichtlich bedeutsame und künstlerisch hervorragende Trotha-Epitaph im Chorraum wieder wahrgenommen wird. Noch auf Initiative von Thilo von Trotha hat die Familie von Trotha für die Erhaltung dieses Kunstwerkes Spenden gesammelt.

1996 ist unser Freundeskreis gegründet worden. Thilo von Trotha war sein erster stellvertretender Vorsitzender und bis zu letzt ein aktives Mitglied und Förderer.

Wir schulden Thilo von Trotha großen Dank. Und wir denken gerne an die Begegnungen mit ihm und sein Wirken zurück. Wir gehören mit zu den Menschen, die ihn vermissen.

Gregor Butscher
Manfred Roos